|
Betrachten Sie Ihre Angst
als ein zu viel an Energie, welche nicht kanalisiert werden kann. Sie müssen
einen Kanal finden, in welchem Sie diese Energie ableiten können. Nach diesem
Denkmodell wird schnell klar, dass Angstbewältigungsstrategien immer nur aktiv
und niemals passiv durchgeführt werden müssen. Alle angebotenen Therapien, die
Sie passivieren, sind nicht geeignet dauerhafte Hilfe zu bringen. Nur Sie selbst
können Ihre überschießenden Energien in sinnvolle und Gewinn bringende
Lebensqualität umsetzen. Die wichtigste aller Therapien, ob von Ihnen selbst
durchgeführt oder gemeinsam mit einem qualifizierten Therapeuten durchgeführt,
ist die kognitive Verhaltenstherapie. Die hier angesprochenen Denkansätze und
Lösungsmöglichkeiten sind zum größten Teil dem Oberbegriff kognitive
Verhaltenstherapie zuzuordnen. Die kognitive Verhaltenstherapie geht im Großen
und Ganzen davon aus, dass der Mensch im Leben bestimmte Verhaltensweisen
erlernt und bestimmte Erfahrungen gemacht hat. Eine bestimmte Einstellung führt
beim Menschen stets zu immer wiederkehrenden Reaktionsweisen. Ziel der Therapie
ist es, diese Denkmuster und Denkstrukturen gezielt aufzuarbeiten und neu zu
überprüfen. Beispielsweise müssen verschiedene Einstellungen im Bezug auf
negative Erwartungshaltungen überprüft und neu überdacht werden.
Reaktionsweisen, die Sie bei bestimmten Situationen haben, welche aufgrund eines
erlebten Traumas negativ behaftet sind, müssen von diesem erlebten Trauma
entkoppelt werden. Beispiel: Im Regelfall führt ein Spaziergang in einer lauen
Sommernacht nicht zu Überfall oder Vergewaltigung. Wenn Sie in Ihrem Leben aber
einen Überfall oder eine Vergewaltigung in einer lauen Sommernacht erlebt haben,
kann es schon sein, dass Ihre Grundeinstellung zu Spaziergängen Angst ist. Ziel
einer entsprechenden Therapie ist es, das Thema „Spaziergang in einer
Sommernacht" und „erlittenes Gewalttrauma" zu entkoppeln und neu zu
konditionieren. Das Thema soll entzerrt werden. Dies ist eine Methode kognitiver
Strategien. Auch die hier geschilderten Selbst-Konfrontationstherapien zielen in
diese Richtung. Nur das Entkoppeln des Angsterlebens von den spezifischen
Situationen führt langfristig zu einem Erfolg.
Eine weitere Selbsttherapie zielt auf das Erleben der eigenen Persönlichkeit ab,
das Erleben neuer Sichtweisen der Außenwelt, das neu Konditionieren des eigenen
Unterbewusstseins. Die Annahme der eigenen Persönlichkeit. Der Oberbegriff
dieser wissenschaftlich gewürdigten Therapien nennt sich:
humanistisch-existenzialistische Therapie.
Ein weiterer Heilungsansatz, der sowohl aktive sportliche Bewegung als auch
aktive Entspannungsmaßnahmen enthält, ist dem Oberbegriff Körpertherapie
zuzuordnen. Positive Verstärkung
Viele Dinge des Alltags gehen uns allen nur sehr schwer von der Hand, vor vielen Dingen sträuben wir uns. Seien es nun für ein Schulkind die leidigen Hausaufgaben oder für einen Büroangestellten ein bestimmter Monatsabschluss, eine wiederkehrende aufwendige Inventur, oder für einen Lehrling das tägliche reinigen der Werkstatt. Was es auch immer an Dingen gibt, die negativ besetzt sind, es fallen Ihnen sicherlich innerhalb von Sekunden eine ganze Menge ein.. Was uns allen im Alltag hilft, auch weniger geliebte Dinge zu tun, ist die Methode der positiven Verstärkung. Das ist eine Methode, bei welcher wir einer unangenehmen eine angenehme Tätigkeit folgen lassen. Nach dem winterlichen Heimweg trinken wir einen heißen Tee, nach dem Monatsabschluss im Büro gehen wir eine Pizza essen mit den Kollegen; die Schulkinder gehen nach den leidigen Hausaufgaben endlich raus Fußball spielen. Diese angenehmen Tätigkeiten, die wir den unangenehmen folgen lassen, bezeichnet man als positive Verstärker. Wir verbinden die unangenehme mit der angenehmen Tätigkeit. Dadurch wird die unangenehme einfacher und schneller erledigt, weil wir wissen, danach folgt etwas Schönes, auf das wir uns freuen. Das System der positiven Verstärkung stammt aus dem Bereich der Lerntheorie und lässt sich sehr gut auf Ihr tägliches Leben übertragen. Nehmen Sie zum Beispiel Ihr wirklich wichtiges Konfrontationstraining, welches Sie regelmäßig durchführen müssen. Nehmen Sie nach jedem erfolgreich nach Plan durchgeführten Konfrontationstraining einen positiven Verstärker hinzu. Das kann eine Belohnung Ihrer Wahl sein und reicht von etwas schönem zum Essen bis zu einem wie auch immer gearteten Vergnügen. Denken Sie darüber nach, was Sie jeweils im Anschluss an Ihr Konfrontationstraining Schönes tun wollen. Jeder angenehme Reiz kann ein positiver Verstärker sein. Machen Sie dieses Schöne jedes Mal nach dem erfolgreichen Training. Schon bald wird dieser positive Verstärker Ihnen das Konfrontationstraining leicht machen und die durch dieses Training erreichten Erfolge festigen.
Gedanken neu konditionieren
Ab sofort sollten Sie auf einige Ihrer Gedankengewohnheiten achten. Sagen und denken Sie bitte nicht mehr die beiden Worte „immer“ und „nie“. Diese führen bei einer negativen Grundhaltung häufig zu folgenden Gedankengängen:
- Immer geht alles schief
- Nie bekomme ich was ich will
- Nie habe ich Glück
- Immer hacken alle auf mir herum
Auch andere Globalworte wie z. B. „jeder“, „keiner“, „alle“ führen im täglichen Routinedenken oft zu solchen Sätzen:
- Jeder macht mit mir was er will
- Keiner hat wirklich Verständnis für mich
- Alle haben Vorurteile und so weiter …
Versuchen Sie ab sofort mit allen Ihren Gedanken eine differenzierte Bewertung der alltäglichen Situationen vorzunehmen. Dies wird dazu führen, dass viele negative Denkmuster bald völlig bei Ihnen verschwunden sein werden.
Nehmen Sie sich selbst an
Haben Sie sich selbst angenommen und akzeptiert? Sind Sie zufrieden mit Ihrem Aussehen, Ihrer gesellschaftlichen Stellung? Beides können Sie selbst nahezu beliebig verändern. Sie können dicker oder dünner werden, blonde oder braune Haare haben, modische oder sportliche Kleidung tragen. Mit einigen Dingen müssen Sie sich aber aussöhnen. Dies sind die Ihnen von Natur gegebenen Rahmenbedingungen, die Sie nicht ändern können. Sie müssen Ihr Alter annehmen und körperliche Besonderheiten, wie z. B. Behinderungen. Alles dies macht Sie unter Milliarden Menschen einzigartig. Bitte bedenken Sie, dass es Sie nur ein einziges Mal hier auf der Erde gibt. Nehmen Sie sich selbst an, wie Sie sind. Wenn Ihnen etwas nicht an sich gefällt, dann ändern Sie es, sofern es veränderbar ist. Ansonsten nehmen Sie es als ganz persönliche und exklusive Eigenart an. Es ist für Sie wichtig, dass Sie Ihre Person und Ihren Körper und auch Ihre gesellschaftliche Stellung nicht abwerten
Übernehmen Sie die Verantwortung für sich
Die Verantwortung für sich selbst übernehmen, das heißt, sich nicht mehr in der Rolle des „vom Schicksal Betroffenen“ zu sehen; sich nicht mehr hilflos in einer feindlichen Umwelt zu sehen. Die Verantwortung für sich selbst übernehmen, dass heißt auch, aufzuhören immer zu bereuen und zu bedauern. Verantworten heißt zu den Entscheidungen zu stehen, die Sie treffen und sich mit dem Ergebnis und den Resultaten dieser Entscheidungen zufrieden zu geben.
An dem Tag, an dem Sie Verantwortung für sich übernehmen, hören Sie auf andere für Ihr Schicksal verantwortlich zu machen. Andere sind plötzlich nicht mehr schuld daran, dass Sie nicht Ihre Wunscharbeit haben, nicht in Ihrem Wunschhaus leben und nicht Ihren Wunschpartner haben. Andere sind plötzlich auch nicht mehr an Ihren Ungeschicken und Unglücken schuldig. Weder die Umwelt, noch die Umstände, noch irgendwelche unglücklichen Konstellationen schaden Ihnen fortan. Nur Sie selbst nehmen Ihr Schicksal in die Hand.
Sie gehen Ihren eigenen Weg und werden an Selbstbewusstsein gewinnen. In dem Sie die Verantwortung für alles übernehmen, sind Sie frei für andere Dinge, als immer darüber zu grübeln, wer oder was gerade Ihr Leben einschränkt oder Sie an Ihrer ganz persönlichen Entfaltung hindert.
Befreien von negativer Erwartung
Auf den flüchtigen Gedanken hin ist sie da, die Panikattacke. Betroffene Patienten steuern eine Heerschar von negativen Gefühlen und negativen Erwartungshaltungen, ständig. Oft wird ihnen sicherlich gar nicht bewusst, was sie eigentlich erwarten. Vielleicht beschäftigen sie sich mit Angst vor dem Tod, mangelnden Selbstwertgefühlen, Krankheitssymptomen, Furcht vor Verlusten, Befürchtungen hinsichtlich des Arbeitsplatzes oder Verlassensein. Vielleicht stellen Sie sich vor, dass Sie im Krankenhaus zum wiederholten Male untersucht werden. Vielleicht hoffen Sie darauf, den Medizinspezialisten endlich zu finden, der Sie von Ihrer Angst befreit. Dies konditioniert Ihr Gehirn nur auf die ständige Befriedigung der negativen Erwartungen. Es verschafft Ihnen diese düsteren Bilder, so gut es kann.
Konditionieren Sie sich ab heute völlig anders. Sie sollten ab heute nur noch über Ihre Wünsche und Hoffnungen nachdenken. Denken Sie an große Traumreisen, die vielleicht irgendwann einmal möglich wären. Denken Sie an Ihr Traumauto oder Ihr Traumhaus. Schauen Sie in Ihrer Umgebung einen beliebigen Parkplatz an und stellen Sie sich vor, wie Sie in dem offenen BMW oder Mercedes Cabrio aussehen würden und wie alle Leute Sie darum beneiden würden. Schauen Sie sich ein leeres Baugrundstück an und stellen Sie sich vor, wie Sie dort auf der Terrasse Ihres Traumhauses sitzen. Stellen Sie sich Ihre Träume und Hoffnungen individuell und konkret als Vision vor. Sehen Sie die Farbe Ihres Traumautos. Sehen Sie die Terrasse Ihres Traumhauses. Sehen Sie wie der Wind an den Segeln Ihres Bootes zerrt. Stellen Sie sich vor, wie Sie auf dem Sonnendeck eines Kreuzfahrtschiffes relaxen. Werden Sie ein Visionär Ihrer Hoffnungen und Träume. Sehen Sie vor Ihrem geistigen Auge Ihr neues Büro nach der Beförderung oder Ihren neuen Abteilungsleiter – Schreibtisch.
Stellen Sie sich bei allen geplanten Dingen nicht mehr negative Einschränkungen vor, sondern positive Hoffnungen.
Falsch: Hoffentlich wird es nicht regnen!
Richtig: Ich hoffe die Sonne wird scheinen!
Schon stellen Sie sich Sonnenstrahlen vor und nicht Regentropfen.
Bei aktiver Arbeit an sich selbst ist die Chance sehr groß, dass Sie in
kürzester Zeit Ihr Leben wieder angstfrei genießen können.
Aus Platzgründen können hier auf dieser Webseite keine umfangreichen und
vollständigen Abhandlungen der einzelnen Themen dargestellt werden.
Alle der hier geschilderten Lösungsansätze und viele weiterer und
ausführlichere Methoden der Selbsthilfe aus NLP oder EMDR finden Sie in dem
Ratgeber:
Das Angst - Schema
Wege zur Befreiung von Angst und Panikattacken
Autor: B.A.Pelzer
Erscheinungsdatum September 2003
ISBN: 3-8830-1041-X
welches Sie in allen Buchhandlungen oder allen Internetbuchhandlungen wie Amazon,
Libri oder BOL erhalten können.
| |
|