Was genau ist Hypnose?
Der Ausdruck Hypnose kommt von dem
griechischen Wort hypnos, das Schlaf bedeutet. In früheren Kulturen wie bei den
Sumerern, im alten Ägypten oder dem alten Indien war die Hypnose auch als
Heilmittel (Hypnotherapie) bereits bekannt, die Technik der Hypnose wurde
seitdem in allen Epochen durchgeführt und weiterentwickelt
Hypnose ist nicht gleichzusetzen mit
Zuständen wie Schlaf oder Bewusstlosigkeit. Es ist eher eine Art
Trancezustand, bei dem der Hypnotisand (die Person, die hypnotisiert ist)
eine veränderte Wahrnehmungswelt hat, ähnlich dem Zustand kurz vor dem
Einschlafen oder bei Tätigkeiten, bei denen man sich sehr stark auf eine Sache
konzentriert. Bei der Hypnose handelt der Patient immer noch freiwillig und
bewusst, allerdings mit einer größeren Beteiligung des Unbewussten und des
inneren Erlebens. Durch Hypnose wird eine Art „zweite Wirklichkeit“ geschaffen.
Ablauf der Hypnosebehandlung
Niemand ist in Hypnose dem Hypnotiseur
ausgeliefert. Wichtig zu wissen: Hypnose ist immer ein freiwilliger Vorgang.
Niemand kann gezwungen werden, in Hypnose Dinge zu tun, die er im Wachzustand
ablehnen würde. Jeder behält in Hypnose die völlige Kontrolle und kann die
Trance jederzeit beenden.
Vor einer erstmaligen Hypnose führt der Therapeut mit dem
Patienten ein Gespräch durch, um mehr über seine Beschwerden und Probleme und
seine Persönlichkeit zu erfahren. Wichtig ist ein gutes Vertrauensverhältnis
zum Therapeuten. Daraufhin erfolgt die Einleitung der Hypnose. Dabei muss
der Hypnotisand möglichst entspannt und ruhig sein, am besten sollte er liegen
oder bequem sitzen. Es gibt verschiedene Techniken, beispielsweise die
weitläufig bekannte Fixationsmethode oder die Zählmethode, um eine
Hypnose erfolgreich zu beginnen.
Der Hypnotiseur unterstützt den Vorgang durch eine ruhige und
gleichmäßige Sprechweise. Dann kann anhand verschiedener Versuche geprüft
werden, ob und wie stark die Hypnose besteht. Bei einer ausreichend tiefen
Hypnotisierung besteht ein so genannter Rapport. Es können Suggestionen gegeben
werden, also Anweisungen, die den starken Wunsch erzeugen, in die Tat umgesetzt
zu werden und nur dann nicht ausgeführt werden, wenn sie im Zwiespalt mit den
moralischen Werten der Person stehen. Bei der Hypnose können Fragen gestellt
werden, um Probleme des Patienten zum Vorschein zu bringen und zu lösen. Durch
gezielte Suggestionen kann das zukünftige Verhalten des Patienten optimiert und
gestärkt werden, beispielsweise in Bezug auf das Rauchen, wenn eine
Nikotinsucht bekämpft werden soll.
Sinneseindrücke und Symptome können durch die
Aufmerksamkeitseinengung bei der Hypnose sogar komplett ausgeschaltet werden.
Vergessene Erinnerungen können hervorgebracht werden oder es kann durch
Suggestion eine in diesem Moment real erscheinende Traumwelt erzeugt werden.
Schon die leichte Hypnose reicht oftmals für eine Therapie
aus. Meist dauert eine solche Sitzung inkl. der begleitenden Gespräche eine bis
eineinhalb Stunden. In der Hypnotherapie werden die Sitzungen in der
Regel einmal pro Woche abgehalten, insgesamt werden - bei gesundheitlichen
Problemen- meist zehn bis zwanzig Sitzungen vorgenommen und bei der
Suchtentwöhnung tritt eine Wirkung oftmals bereits nach der ersten Hypnose ein!
Viele Raucherentwöhnungen sind in unserer Praxis in einer einzigen Sitzung
erfolgreich vorgenommen worden. Die Kosten pro Hypnosesitzung betragen 75,- €.
Medizinische Hypnose hat übrigens nicht viel mit einer
Show-Hypnose zu tun, bei der die Personen dazu gebracht werden, möglichst
erstaunliche, absurde und manchmal auch unter die Würde gehende Dinge
auszuführen. In einigen Ländern, z.B. in Schweden, ist daher die Show-Hypnose
verboten. Hypnose wird zu vielfältigen medizinischen Zwecken eingesetzt. Häufig
wird sie als alternatives Mittel zu einer Betäubung verwendet, um den Patienten
schmerzunempfindlich zu machen. Dies kann beim Zahnarzt, aber auch bei anderen
Eingriffen geschehen. Als nützlich erweist sich eine solche Hypnose
beispielsweise bei einer Unverträglichkeit gegen herkömmliche Betäubungsmittel,
sowie auch z.B. bei chronischen Schmerzen. In der Psychotherapie ist die Hypnose
ein wichtiges Element zur Behandlung vieler Störungen, so bei Angstzuständen,
Depressionen und psychosomatischen Erkrankungen. Suchtkrankheiten können oftmals
ebenfalls mit Hypnotherapie unter Kontrolle gebracht werden. Es gibt diverse
weitere Einsatzmöglichkeiten der Hypnose in der Medizin, auch bei organischen
Krankheiten oder sogar Verletzungen unterstützt Hypnotherapie oft die Heilung.
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